Der Weg von der Moor- zur Blumenstadt

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Wiesmoor gehört zwar zu den jüngsten Städten in Niedersachsen und gilt als jüngste Stadt Ostfrieslands, was aber nicht ausschließt, dass sich inmitten des Ortskernes ein sehenswertes Museumsdorf befindet. Die in den zahlreichen Gebäuden verteilten Exponate geben Einblick in die Zeit der Moorkolonialisierung.

Im Kolonistenhaus, das als moderne Version der einfachen Moorhütte gilt, spürt man das Leben um die Zeit vor 1900. Fast so, als wenn die Familie noch anwesend wäre und im Wirtschaftsteil die Werkzeuge auf ihren Einsatz warten.

Die Kinder wurden in der einklassigen Dorfschule unterrichtet. Es wurden alle Jahrgänge in einem Raum von einem Lehrer unterrichtet, was man durchaus an den verschiedenen Tischhöhen erkennen kann. Was heute kaum vorstellbar ist, funktionierte damals nach dem bewährten Prinzip der Disziplin. Wer damals als Schüler damit ein Problem gehabt haben sollte, war der „individuellen Einzelbetreuung“ des Lehrers sicher! Noch heute kann man im Rahmen einer Führung eine Schulstunde nach den strengen Regeln der alten Zeit nacherleben.

Viele Exponate auf dem Freigelände wurden zum Torfabbau genutzt. Als Rohstoff diente er zum Heizen und später zur Stromerzeugung. Das ab 1907 von der Fa. Siemens betriebene Kraftwerk sollte gemäß Planungen durch ein Kernkraftwerk ersetzt werden. Gut, dass die Wasser-Kapazität des Nord-Georgfehn-Kanals nicht zur Kühlung ausreichte. So blieb Ostfriesland ein Atom-Problem erspart.

Bewahrt und kultiviert wurde der Ruf der Wiesmoors als Blumenstadt. Die für die Stromerzeugung anfallende Abwärme der Torfverbrennung diente der Beheizung der Gewächshäuser. Die heute aktiven Gewächshäuser verfügen über eine Gesamtfläche unter Glas über ca 80.000 qm – Rekord in Europa!

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